Knallharte Wahrheit: Das Leben als Freelancer besteht nicht nur aus Kneipen, atemberaubenden Fotoreisen und kunstvollen Kurzfilmen. Auch klassische Imagefilme wollen gedreht werden. Und wenn man mit den richtigen Leuten zusammenarbeitet, ist das nicht minder spaßig.

Mit Herz und Seele

Bei diesem Exemplar, eine Produktion aus dem sympathischen Hause Zitronenfilm, agierte ich als Kameramann und bebilderte das filmische Gesicht der meco Akademie in Berlin. Heißt: Gemeinsam mit der Redakteurin Bilder zur Geschichte ausdenken, die dafür benötigte Technik herankarren (zum Glück sind die Tage des Leiterwagens aus meiner Jugend vorbei) und anschließend vor Ort den Plan in die Tat umsetzen – fantastische Bilder drehen.

Da Imagefilme leicht ein wenig steril wirken können, entschied sich Zitronenfilm dazu, nicht mit Schauspielern, sondern mit tatsächlichen Schülerinnen der Akademie zu arbeiten. Das hat meiner Meinung nach super funktioniert. Es werden lebendige Eindrücke und Emotionen gezeigt die Vorzüge dieser Ausbildungsstätte treffend herausgestellt – die meco Akademie bekommt ein Gesicht.

Die Arbeit in der Kinderbetreuung vor Ort war auch für mich ein Novum. Besondere Rücksichtnahme war natürlich von vornherein klar. Um jedoch überhaupt gute Bilder machen zu können – ohne dass von den Kindern in die Kamera geschielt wird – habe ich mich zunächst mit den Räumen und deren jungen Bewohnern vertraut gemacht. Ab einem gewissen Punkt wurden Kamera und ich dann wohl auch als Inventar betrachtet. Uns wurde jedenfalls nicht viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als dem blauen Kinderstuhl, auf dem ich mich zusammengefaltet hatte.

Roboterfangen

dreh_mecoHilfreich war dabei, dass wir die für die Kinder sichtbare Kamera- und Lichttechnik auf ein absolutes Minimum reduziert hatten. Denn wenn der Kameramann in sein Gimbal-Stabilisierungs-System gesteckt wird, kann das schon ein wenig nach dem Angriff der Maschinen aussehen. Eines der Kinder hat das allerdings überhaupt nicht gestört, im Gegenteil: Je Technik desto lustiger, so schien das Credo. Daher haben wir während der Drehpausen Roboterfangen in den Gängen der Akademie gespielt. Eine Aufnahme davon hat es sogar in den Film geschafft – mein Lieblingsmoment während des Drehs ist somit zu meiner Lieblingsszene im Film geworden.

  • Redaktion: Lisa Mirka Brüchle
  • Kamera: Jakob Kienzerle
  • Postproduktion: Carsten Asaël
  • Produktion: Zitronenfilm, 2015

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Zitronenfilm

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